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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wir gehen keineswegs auf Distanz

Bernd Riexinger am 28.12.2012 im Interview mit "junge welt":

Gewerkschaften sind für die Linkspartei nach wie vor wichtigste Bündnispartner - ein Gespräch.

Bernd Riexinger am 28.12.2012 im Interview mit "junge welt":
Gewerkschaften sind für die Linkspartei nach wie vor wichtigste Bündnispartner - ein Gespräch.

Interview durch Peter Wolter:

Unter Berufung auf Sie berichtete eine Nachrichtenagentur gestern »Die Linke geht auf Distanz zu den Gewerkschaften«. Neue Töne? Bisher war man eher gewohnt, daß manche Linke in- und außerhalb Ihrer Partei den Gewerkschaften nachlaufen.

Dieser Satz ist so auch falsch, meine Partei geht keineswegs auf Distanz – die Gewerkschaften sind für uns nach wie vor die wichtigsten Bündnispartner. Auf Distanz gehen wir aber in der Tat zu manchen politischen Aussagen prominenter Gewerkschaftsführer. Mir fehlt zum Beispiel jedes Verständnis dafür, wenn sich DGB-Chef Michael Sommer und der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber dafür aussprechen, nach der Bundestagswahl im September eine große Koalition von SPD und CDU zu bilden. Sie plädieren damit für eine erneute Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU).

Das wäre aber alles andere als der von den Gewerkschaften geforderte Politikwechsel …

DGB und IG Metall würden dann Klientelpolitik betreiben. Es ist nicht zu übersehen, daß Millionen unter Merkels Politik leiden. Der Niedriglohnsektor wurde rapide ausgedehnt, die sogenannten Deregulierungsmaßnahmen betreffen mittlerweile direkt ein Viertel aller Beschäftigten und indirekt auch den Rest.

In Südeuropa stehen Gewerkschaften in vorderster Linie der Proteste, was man von Deutschland nicht behaupten kann. Wie erklären Sie sich das als ehemaliger Geschäftsführer von ver.di in Baden-Württemberg?

Die Antwort lesen hier:

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