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VW braucht neuen Verhaltenskodex statt weiterer Börsengänge

Einen Diesel sauber nachzurüsten kostet circa 2.500 Euro. Der neue VW-Chef Herbert Diess nennt dies sehr viel Geld für seinen Konzern. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der scheidende VW-Chef Müller nach nur zweieinhalb Jahren an der Konzernspitze eine Rente von 2.900 Euro bezieht – pro Tag. Bernd Riexinger, Vorsitzender der LINKEN:

VW braucht neuen Verhaltenskodex statt weiterer Börsengänge

 

Ich erwarte von Herbert Diess, dass er sich nicht nur damit beschäftigt, Gesichter an der Spitze auszutauschen und seinen Einfluss größtmöglich auszubauen. Der VW-Konzern muss umgebaut werden, ohne Frage. Dabei müssen Transparenz, Verbraucherschutz und die Mitsprache der Beschäftigten im Vordergrund stehen. Börsengänge sind keine Antwort auf den Dieselskandal – Diess steht in der Pflicht, die Glaubwürdigkeit des Unternehmens durch konkrete Schritte aufzubauen. VW muss sich einen Verhaltenskodex auferlegen, der die Rechte der Kundschaft und der Beschäftigten zum Ziel allen unternehmerischen Handelns macht. Dazu gehört die kostenfreie Nachrüstung von VW-Pkw. Eine Begrenzung der Manager- und Vorstandsgehälter auf das Zwanzigfache des niedrigsten Gehalts im Konzern wäre darüber hinaus ein wichtiges Signal an die Beschäftigten und die VerbraucherInnen.

Zugleich muss die Bundesregierung deutlich machen, an wessen Seite sie steht. Der Mentalität der Gier und Rücksichtslosigkeit der Konzerne ist nur mit klaren politischen Regeln beizukommen. Der VW Konzern hatte keine Hemmungen, jahrelang gesundheitsschädliche Stickoxid-Stinker zu verkaufen und die Verbraucher zu betrügen. Die kleinste Große Koalition aller Zeiten muss die Automobilkonzerne per Gesetz zur Nachrüstung zu zwingen. Zu hoffen dass Manager wie Müller freiwillig auf ihre Luxusrente verzichten, wäre naiv.